Lenir Witzke ist im Sommer 1962 in Panambi geboren, eine Stadt im südlichsten Staat Brasiliens, Rio Grande do Sul. Ihre Ausbildung, vorwiegend Autodidakt, wurde durch ständige Suche nach künstlerischen Techniken und Trends verstärkt, sowie durch Teilnahme an Workshops von renommierten Künstlern in São Paulo.

Ihre früheren Arbeiten zeigen einen akademischen Stil. Auch wagte sie sich mehrfach in die zeitgenössische Malerei und Abstraktion, deren Möglichkeiten und Verfahren sie zur eigenen künstlerischen Sprache verholfen haben.

Die ersten Ausstellungen fanden im Jahr 1997 statt, als sie noch im Staat Paraná lebte, in der Stadt Marechal Cândido Rondon. Im Jahr 2000 kehrte sie nach Rio Grande do Sul zurück, zur Stadt Ijuí, in der sie sich mit Nachdruck der Kunst widmete, die eine immer größere Rolle in Ihrem Leben spielte. Sie errichtete ein Atelier und hielt Unterrichte.

Im Juli 2004 eröffnete sie das Atelier Ma'at Place: ma'at - alter Begriff des Friedens der Ägypter, place - ein Ort, in Englisch, "Ort des Friedens," Frieden durch Kunst, die Kunst als Vehikel des Friedens. Die Künstlerin beabsichtigt ferner, das Konzept in Europa zu erweitern und wird in Kürze ein solches Projekt im alten Kontinent starten.

Lenir ist bewusst, dass die Kunst das Innere des Urmenschen reflektiert und spiegelt, sei es im einsamen Akt der Schöpfung sowie zum Zeitpunkt der ästhetischen Kontemplation. Für sie bedeutet die Kunst immer, auf die eine oder die andere Art, eine symbolische Darstellung, Ausdruck oder Projektion ihrer intimen Gegenwart.

"La pittura é cosa mentale", sagte Leonardo da Vinci, in seiner weisen Genauigkeit. Aber es ist in erster Linie die Übung des ganzen und integralen Menschen – in Körper, Seele und Geist – die Lenir Witzke mit ihrer einzigartigen Kunst verfolgt.

Die Malerin sah die künstlerische Aktivität bisher als allgemeine Quelle des Ausdrucks, geladen mit dem tiefsten Strahl an Bedeutung. Sie ging bis zur Verteidigung der Kunst als Form einer Therapie, die dem Praktikanten zum Selbstbewusstsein und emotionales Gleichgewicht führt, und demjenigen der die Arbeit betrachtet zur Überprüfung des Ergebnisses bewegt.

Derzeit leistet Lenir Schulunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit sinnvoller und fleißiger Entwicklung von Initiativen mit sozialem Charakter. Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass unter den Studenten die an einem Malwettbewerb in öffentlichen Schulen teilnahmen, fünf ausgewählt wurden die freie Malschulen während der Sommerferien bekamen.

In dem Bereich der Intervention der Künstlerin gehören Projekte wie "Helfen Sie uns zu helfen" - was das vorrangige Ziel hat, einen Beitrag zu leisten zur effektiven Sensibilisierung und Erwachung der Kinder zu sozialen Fragen, mit Einsatz der Kunst als Mittel. Dazu gehört auch die neuste Show "Der Planet in Agonie", eine Gruppenausstellung der Studenten des Ateliers Ma'at Place, die das Publikum auf das Problem der globalen Erwärmung und ihre Auswirkungen auf Gesundheit, Wirtschaft und Umwelt aufmerksam machen soll.

Beteiligungen an Ausstellungen in Europa, in denen sie bereits zu Recht belohnt wurde, zeigen dass die Kunst von Lenir Witzke keine Gleichgültigkeit erlaubt: verpflichtet ja, aber Kunst verpflichtet mit der Wahrheit, was ein anderer Name für Schönheit bedeutet – auch wenn es das Schöne ist was stört, und von uns Aufwand und Änderung fordert.

Die Welt ist uns nicht gleichgültig, viel weniger das Leben: darum, das Auge des Künstlers – immer dem Leben und vor allem sich selbst treu – zeigt uns auch was wir am wenigsten erwarten.

Unerwartet wie das Leben, die Kunst der Lenir Witzke ist eine dauerhafte Entdeckung der Überraschung lebendig zu sein, und der Dringlichkeit sehr lebendig zu sein: für das Gute und das Gutmachen, so dass das wirklich Gute sich immer für uns zeigt und zum Besten einlädt.